Stellenanzeige

Die Stellenanzeige - den Bewerbermarkt erreichen

Wenn das Stellenbesetzungsverfahren läuft, eine Stellenausschreibung und eine Stellenbeschreibung erstellt sind, muss die Information über die vakante Position möglichst schnell und zielgerichtet in den Bewerbermarkt gegeben werden.

Dazu wird eine Stellenanzeige oder Jobanzeige entwickelt, die mögliche Bewerber/innen ansprechen und zu einer Bewerbung verleiten soll. 

 

Beispiel für eine Stellenanzeige

Unternehmen versuchen mit Stellenanzeigen häufig, den 120%-Kandidaten zu erreichen. Im besten Fall ist er oder sie noch jung, dynamisch, kreativ, leistungsbereit anpassungswillig und hat bereits erste Führungs- und Auslandserfahrung, ein oder zwei abgeschlossene Studiengänge und mehrere berufliche Praktika in Top-Unternehmen hinter sich. Zusätzlich wird auch gern Teamfähigkeit, Reisebereitschaft, höchste Arbeitsmotivation und Stressresistenz gefordert.

Zumindest in Deutschland haben sich die Vorzeichen im Bewerbermarkt zum Teil drastisch geändert. In immer mehr Bereichen – insbesondere bei qualifizierten Tätigkeiten und im Facharbeitersegment sowie im Healthcare-Sektor – gibt es ein deutliches Fehl an passenden Bewerbern bei einem steigenden Personalbedarf der Wirtschaft.

Es ist daher zu hinterfragen, ob eine moderne Stellenanzeige die Erwartungen des Unternehmens an die Bewerber wiedergeben sollte oder ob die Unternehmen nicht vielmehr die Chance ergreifen sollten, sich bei den Bewerbern zu bewerben? 

Wie eine gute Stellenanzeige aufgebaut sein kann, wird hier beispielhaft aufgezeigt:

 

  • Stellentitel / Stellenbezeichnung
  • Arbeitsort mit Postleitzahl
  • eventuell eine Referenznummer
  • Vorstellung des Unternehmens (Branche, Produkte, Standort, Größe etc.)
  • Kurzvorstellung der Abteilung/Filiale/Sektion etc.
  • Aufgabenbereiche des neuen Mitarbeiters (Leitung der Abteilung, Mitarbeiterführung, Durchführung von Schulungen etc.)
  • klassische Stellenbeschreibung (Arbeitsbedingungen, Entwicklungsoptionen, Leistungen wie Gehalt, Sozialleistungen, BAV, PKW, digitale Ausstattung etc.)
  • Anforderungsprofil des Bewerbers (Qualifikationen, Zusatzqualifikationen)
  • geplanter Eintrittstermin, notwendige Bewerbungsunterlagen, Bewerbungsprocedere
  • Empfänger (Name, telefonische und postalische Erreichbarkeit, E-Amailadresse, Homepage)

 

Auch wenn eine reine Textanzeige ihren Zweck erfüllen kann, ist es immer mehr eine Frage der Wertschätzung, dass Unternehmen in attraktive und schön gestaltete Stellenanzeigen investieren. Wenn damit auch Zusatzinformationen über das Unternehmen verknüpft sind, steigt die Chance, dass Bewerber/innen positive Emotionen mit der Anzeige verbinden und sich bewerben.

Bis zur Jahrtausendwende war das bevorzugte Medium für Stellenanzeigen ein Printprodukt - die Zeitung. Mit voranschreitender Online-Technologie und schließlich dem Web 2.0 verdrängten immer bessere, aufwendigere und schnellere digitale Medien die Zeitung als Hauptstellenmarkt. Mittlerweile gibt es eine große Auswahl von allgemeinen Online-Stellenbörsen, spezifischen Karriereportale und sogenannte Jobsuchmaschinen. Der aktuelle Trend geht in Richtung kleinerer, spezialisierter Portale oder Jobsuchmaschinen, die mit hunderttausenden Jobs und cost-per-click (CPC) zum Teil hohe Umsätze generieren.

 

Vorsicht bei nicht seriösen Stellenanzeigen!

Immer häufiger versuchen sogenannte Strukturvertriebe oder ähnliche Organisationen, Bewerber über Stellenanzeigen anzusprechen. Die Entlohnung soll dann nach Handelsvertretervertrag und ausschließlich über Provisionen vergütet werden. Dies ist finanziell risikobehaftet und kann zudem die Scheinselbstständigkeit fördern.

Besonders vorsichtig sollte man auch sein, wenn beispielsweise dazu aufgerufen wird, kostenpflichtige Hotlines anzurufen (z. B. 0900er-Vorwahlen), wenn vorab Geld für Materialien oder Seminare überwiesen werden soll, wenn hohe Positionen und hohes Einkommen bei niedrigem Qualifikationsprofil versprochen werden oder wenn Stellenanzeigen mit schwammigen Bezeichnung wie „Beifahrer“ oder Arbeiten im „Sinne des Tier- oder Verbraucherschutzes“ (Abonnements-Verkauf, Spendensammlung u. ä.) beschrieben werden. Hier besteht die Gefahr von Drückerkolonnen oder gar illegalen Schneeballsystemen!